precious plastic Westerwald (Upcycling 2.0)
Anlass & Kontext
Ausgangspunkt ist die globale Initiative Precious Plastic des Designers und Aktivisten Dave Hakkens: Eine weltweite Community sucht Wege, Plastikmüll wiederzuverwerten und teilt dafür Baupläne, Maschinenkonzepte und Produktideen online.
Zeitraum & Zielgruppe
Im 1. Schulhalbjahr 2019/2020 wurde das Projekt gemeinsam mit Schüler*innen der Jahrgangsstufe 12 (FOS Gestaltung) der August-Sander-Schule umgesetzt.
Konzept: Theorie und Praxis
Im Unterricht wurden klassische Gestaltungsdisziplinen bearbeitet (u. a. Produktdesign, Logoentwicklung, Ideenskizzen bis hin zu UX-Prototyping) – parallel zur inhaltlichen Vertiefung in die Problematik Plastikmüll. Diese theoretische Arbeit bildete die Basis für die Praxis im Atelier.
Arbeit im Atelier: Material, Sammlung, Problemverständnis
Als Ausgangsmaterial dienten vor allem Flaschendeckel aus Polyethylen (PE) (gut sortierbar nach Farben). Sammelaktionen fanden auch privat und bei Getränkehändlern statt. Zusätzlich kamen u. a. CD-Klarsichthüllen sowie weitere Kunststoffreste hinzu. Durch die Menge des gesammelten Plastiks wurde das Ausmaß der Problematik sehr anschaulich.
Technik: Schredder & Extruder
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Schredder: Zerkleinern der Kunststoffteile (Wartung/Reinigung durch die Gruppe möglich; richtige Befüllung wichtig, sonst Blockaden/Not-Aus).
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Extruder: Granulat wird erhitzt, verflüssigt und als Faden gepresst; Temperatur je nach Kunststoff einstellbar. Die Weiterverarbeitung erfordert Übung, da das Material beim Abkühlen schrumpft und sich teils schwer lösen lässt.
Produktideen & Arbeitsgruppen (Beispiele)
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E-Bass / E-Gitarre: Körper aus roten Deckeln (Schätzung: ca. 4000 Deckel). Tests zeigten, dass ein Gasbrennerfürs Einschmelzen teils effektiver ist; anschließend viel Handarbeit (u. a. Form aussägen). Für Praxistauglichkeit wird am Ende professionelle Unterstützung (Gitarrenbau) nötig.
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Skateboard: Muster/Farbverläufe aus Deckeln; transparente Kunststoffmasse aus geschredderten CD-Hüllen als Bindung/„Klebemasse“. In der verfügbaren Zeit konnte die nötige Stabilität nicht erreicht werden, Weiterentwicklung offen.
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Handyhalter: Lokale Firma erstellt eine Gussform; im Atelier werden farbige Granulat-Mischungen verarbeitet, Prototypen entstehen und werden bei einer Abschlusspräsentation verkauft. Perspektive: Serienfertigung würde zusätzliche Technik/Maschine erfordern.
Logoentwicklung & Sammelsystem
Nachdem der Fokus auf Deckelverarbeitung gelegt wurde, entwickelte die Gruppe ein Logo, optimierte es gemeinschaftlich und ließ Aufkleber drucken. Vom AWB bereitgestellte Mülltonnen wurden damit beklebt, um zukünftig als Sammelbehälter für Plastikdeckel zu dienen.
Kooperation, Netzwerk & Förderung
Es wurden Kontakte zu regionalen Betrieben und Umweltschutz-Akteuren aufgebaut; zudem wird die Kooperation in einen größeren Kontext kultureller Bildungsarbeit gestellt. Gefördert/finanziell unterstützt wurde das Projekt durch den Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis Altenkirchen (AWB).
























